Nach den Hybrid-Versionen des X6 und des 7ers wird es jetzt doch langsam Zeit und die Bayern stellen nach dem Mini E ihr zweites reines Elektromobil auf die Räder. Diesmal wurde die Technik in das Coupé des 1ers verpackt – eine größere Herausforderung, denn schließlich steht hier weit weniger Platz zur Verfügung als in den über 5 m langen Luxusschlitten. Wie schon der Mini dürfte aber auch der 1er seine Alltagstauglichkeit problemlos unter Beweis stellen können.

Natürlich würde es nun auf der Hand liegen, die Technik des Mini einfach in den BMW einzupflanzen und dennoch ein vollkommen neues Elektrofahrzeug zu präsentieren. So einfach hat es sich BMW aber nicht gemacht. Die Lithium-Ionen-Akkus wurden ebenso wie der Motor speziell für das Coupé entwickelt. Somit muss auch in einer grünen Zukunft niemand auf die Freude am Fahren verzichten. 170 PS leistet der in die Hinterachse integrierte Motor und stanzt somit 250 Nm in den Asphalt. Hört sich nach Action an, bleibt aber wegen des hohen Gewichts von 1.800 kg guter Durchschnitt: Knapp neun Sekunden soll der kleine Bayer für Landstraßengeschwindigkeit benötigen und schafft es auf einen Top-Speed von 145 km/h. Wird das Gaspedal nicht allzu sehr beansprucht, reichen volle Batterien für eine Reichweite von rund 160 km – für den Alltagsbetrieb also mehr als ausreichend.

Optische Spielereien gibt es kaum. Ohne den Schriftzug, der die gesamte Karosserie überzieht, ist der 1er auf den ersten Blick eigentlich kaum als Elektrofahrzeug erkennbar. Verräterisch sind lediglich die fehlenden Auspuffrohre, der transparente Tankdeckel sowie ein Zentralinstrument im Cockpit, das den Piloten über den Ladezustand seiner Akkus informiert. Wer Zugang zu dem leider etwas klein geratenen Kofferraum (200 l) bekommt, darf einen Blick auf die hinter Plexiglas blau beleuchtete Elektronik werfen. Wer den Stromer übrigens leer gefahren hat, benötigt mit Starkstrom an die drei Stunden, um wieder voll einsatzbereit zu sein. Wie lange der Viersitzer an einer herkömmlichen Steckdose hängen muss, bleibt vorerst BMW-Geheimnis – es dürften aber an die acht Stunden sein.

High Tech findet sich aber auch abseits des Antriebsstrangs. BMW stellt im Concept ActiveE exklusiv für Elektrofahrzeuge entwickelte Services vor. Beispielsweise spezifische Fernfunktionen, die eine Bedienung via Mobiltelefon möglich machen. So lässt sich der Ladezustand abfragen oder die Klimaanlage und Standheizung einschalten.

Die Pläne für den BMW Concept ActiveE sind ähnlich wie beim Mini E. Ab 2011 soll eine Kleinflotte von 600 bis 700 Fahrzeugen an ausgewählte Privatpersonen vergeben werden, um die Technik im Alltag zu erproben. Langfristiges Ziel: Bis 2015 soll der Stromer serienreif sein und die Elektroauto-Gilde ein wenig aufmischen – unter der Marke BMW wird der umgebaute 1er aber wahrscheinlich nicht auf den Markt kommen.




