Mit ein wenig Glück und gutem Willen steht dem Revival des wahrscheinlich beliebtesten und bekanntesten Citroen, dem 2CV alias die Ente, nichts mehr im Wege. Die Studie Revolte hat nämlich zahlreiche Anleihen des Klassikers, wurde auf der IAA 209 präsentiert und war nicht ohne Grund einer der schrillsten Marktschreier auf dem internationalen „Automobil-Bazar“. Und das obwohl allein der Gedanke an eine Serienfertigung schon als wagemutig bezeichnet werden könnte.

Die Ente wurde seinerzeit als preisgünstiges Modell für jedermann erdacht. Auf ein Minimum reduziert und für jedes Gelände geeignet. Der Revolte will von diesem Minimalismus nichts wissen. Wenn man von den ausgestellten Radkästen, der Dachform und dem steil abfallenden Heck absieht, lassen sich auf den ersten Blick auch nur wenige Gemeinsamkeiten mit der Ente finden. Mit dem Anspruch auf unkonventionellen Luxus dürfte der Revolte wohl auch ein vollkommen anderes Zielpublikum ansprechen. Das Auto ist nicht für jedermann, sondern nur für jedermann, der es sich leisten kann ein Lederfaltdach, einen gläsernen Kühlergrill und dickes Velours durch die City zu manövrieren. Von Feldwegen, die von der Ente bezwungen wurden, will der edle Kurze nichts wissen.

So sparsam der Entenmotor damals auch gewesen sein mag, dem Revolte kann er in diesem Punkt nicht die Stirne bieten. Ohne dass die Franzosen genaue Daten freigeben würden, kann man jetzt schon ahnen, dass der Verbrauch sehr gering sein wird. Der futuristische 3,68 m-Schlitten beherbergt einen Elektromotor, der längere Fahrten mit rein elektrischer Kraft mühelos bewältigt, sowie einen schwachen Verbrennungsmotor, der bei Bedarf Hilfestellung leistet. Geladen werden die Akkus entweder während der Fahrt durch Bremsenergierückgewinnung oder an einer konventionellen Steckdose. Die Bordelektronik wird durch die Energie der Solarzellen gespeist, die sich stilvoll im Faltdach verstecken. Bleibt die Frage, ob diese auch im geöffneten Zustand Energie aufnehmen und liefern können.

Im Design haben sich die Entwickler förmlich überschlagen. Man könnte glauben, das Marketing hätte den Kreativen gesagt: „Macht was ihr wollt.“ Gegenläufig öffnende Türen, bündige Türschnallen, ein beleuchtetes Firmenlogo an der Front, Touchscreen, ein eckiges Lenkrad, juwelenartige Dekorteile, die gleichzeitig als Belüftungsdüsen dienen. Gemacht wurde der Wagen für drei Personen. Beifahrer im herkömmlichen Sinne gibt es aber keinen. Der teilt sich nämlich mit einem weiteren Passagier eine moderne Chaiselounge, unter der auch die Batterien verstaut wurden. Das hört sich eher freakig als luxuriös an? Citroen will mit dem Revolte aber auch zeigen, dass Luxus nicht gezwungenermaßen mit schweren Hölzern und gedeckten Farben gleich zu setzen ist. Luxus auf französisch: bunt, lebensfroh, glamourös. Halleluja! Also dürfen wir uns in einigen Jahren vielleicht über die luxuriöse Wiederbelebung einer preisgünstigen Stilikone freuen. Warum sollte es bei Citroen nicht funktionieren, was BMW bereits beim Mini gemacht hat.






wow das auto ist ein echtes meisterwerk. ich habe mich verliebt…will es haben