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Genfer Autosalon setzt voll auf Elektroautos (eAutos).

0 Comments 14 März 2011

Genfer Autosalon setzt voll auf Elektroautos (eAutos).

Genf – Die Branche beim Genfer Autosalon setzte dieses Jahr verstärkt auf alternative Antriebe und zeigt zum ersten Mal mehr als nur zögerliches Engagement. Hatten sich die Autobauer weltweit in Sachen E-Antrieb bisher nur zu Lippenbekenntnissen und Konzeptautos herablassen können, stehen in Genf dieses Jahr Elektroautos, die in nur wenigen Monaten auf deutschen Straßen unterwegs sein werden – allerdings ist kein einziges Fahrzeug aus heimischen Werken mit von der Partie. Gerade die technikversierte Branche der deutschen Automobilindustrie wurde offensichtlich von ausländischen Anbietern überholt, stellt doch sogar der angeschlagene Kfz-Gigant General Motors ein in den USA bereits erhältliches Elektroauto vor.

Der Chevrolet Volt muss für viele deutsche Autobauer ein echter Schlag ins Gesicht sein. Während Daimler, BMW und Co. mit Neuauflagen von Klassikern und schnittigen Studien punkten will, steht im Autosalon in Genf ein echter, in Serie produzierter Volt, der nur noch zur Reichweitenverlängerung mit einem zusätzlichen Verbrennungsmotor ausgerüstet ist. Noch fährt das amerikanische Elektroauto nur auf US-Highways, doch noch in diesem Jahr soll der Volt Europa erobern. Eine leicht teurere, aber nahezu baugleiche Variante des Volts wird noch in diesem Herbst unter der Opel-Fahne mit dem Namen Ampera an die Startlinie rollen.

Mit 9.000 verkauften Exemplaren des schrägen Elektroautos i-MiEV ist auch Mitsubishi Motors bereits in der Zukunft angekommen. Tatsächlich ist Mitsubishi der einzige Anbieter, der in Deutschland bereits E-Autos zum Kauf anbietet. Auf Basis einer deutlichen Steigerung der Produktion auf 25.000 Elektroautos im kommenden Jahr, will Mitsubishi das Geschäft profitabler gestalten und den Preis für Endkunden drücken, so dass der Absatz von elektrifizierten Fahrzeugen zu einem festen Bestandteil in Mitsubishis Autohäusern werden kann.

Auch Urgestein Ford öffnet sich der Zukunft und ist, ebenso wie GM und Mitsubishi, einen deutlichen Schritt weiter, als die deutsche Automobilindustrie. Nachdem der Transporter Transit bereits auf „E“ umgestellt wurde, stellt Ford in Genf nun weitere Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb vor, die in den kommenden Jahren auch in Deutschland erhältlich sein sollen.

Größtes Problem bei der Etablierung von Elektroautos, und darin sind sich in Genf alle Automobilhersteller einig, ist die Rentabilität. Eine mögliche Lösung besteht in staatlichen Subventionen für die Käufer, wie es sie in vielen Ländern bereits gibt. In Deutschland müssen Verbraucher allerdings noch den vollen Preis hinblättern, da es an staatlicher Beihilfe beim E-Autokauf noch fehlt.

Als gewinnbringendere Übergangslösung zum reinen Elektroauto stehen Hybridantriebe derzeit im Fokus des allgemeinen Interesses. Nahezu jeder Autobauer hat mindestens ein Hybridfahrzeug im Angebot – oder arbeitet bereits eifrig daran. Während Toyota und Honda zuerst Autos mit Hybrid- und anschließend Autos mit Elektroantrieb entwickelten, geht Mitsubishi den Weg genau anders herum. Daher kooperiert der japanische Autobauer nur zu gern mit anderen Konzernen, die sich bereits intensiv mit dem Thema Hybrid beschäftigt haben, wie – zum Beispiel – den Herstellern von Marken wie Citroen und Peugeot. Daraus resultierten bereits der Citroen Zero und der Peugeot iOn. An weiteren Kooperationen hat Mitsubishi bereits Interesse gezeigt. Insgesamt acht neue Hybrid- und Elektromodelle will Mitsubishi bis zum Geschäftsjahr 2015 auf den Markt gebracht haben.

Die künftige Abgasnorm Euro 7 könnte besonders für Fahrer von Diesel-Motoren eine teure Angelegenheit werden. Die gesetzlich vorgeschriebenen Schadstoff-Grenzwerte müssen eingehalten werden. Für die einen – auch die deutschen – Hersteller ein Problem, für andere, wie den japanischen Hersteller Mitsubishi eine Möglichkeit, sich mit Hybrid-Technologie ganz weit vorne auf dem Markt zu positionieren.

Dank immer besserer Technik erhöht sich die Batterieleistung der Hybrid-Autos stetig, so dass die Fahrzeuge ohne Auflade-Stopps bereits heute zig Kilometer zurücklegen können. Dass die neuartigen Auto-Typen damit zunehmend konkurrenzfähig werden, haben mittlerweile auch hiesige Hersteller, die sich der Hybrid-Technologie gegenüber lange Zeit skeptisch zeigten, eingesehen. So setzt unter anderem auch der deutsche VW-Konzern auf das sogenannte „Steckdosenhybrid“-Konzept, das künftig auf breiter Front zum Einsatz kommen soll. Trotzdem: Im Vergleich zu anderen Herstellern im Ausland, aber auch innerhalb Deutschlands, hinkt das Unternehmen der Entwicklung hinterher. Das besagen jedenfalls aktuelle Studien zum Thema.

Besser läuft es bei den Bayern. BMW plant, 2013 die ersten Hybrid-Modelle der Sub-Marke „BWM i“  auf den Markt zu bringen. Intern wird bereits ordentlich getestet. Sowohl Hybrid- als auch reine Elektro-Fahrzeuge werden mit den Fahrzeugen i3 und i8 bei BMW aktuell entwickelt. Lieber etwas mehr Zeit investieren und eine Eigenentwicklung auf den Markt bringen als schnell von anderen kopieren, heißt hier die Devise.

Mercedes hat die Nase in Sachen Hybrid-Technologie derzeit noch etwas weiter vorn. Dank der Kooperation mit Spezialist Evonik macht die Entwicklung bei der Daimler-Marke vergleichsweise flotte Fortschritte. Das gilt auch für die Entwicklung der Brennstoffzelle und der Range-Extender-Technik, die die Reichweite der Elektro-Autos verlängern soll. Dies kommt beispielsweise beim Chevrolet Volt und Opel Ampera zum Einsatz.

Noch steht die Etablierung des Elektroautos weltweit ziemlich am Anfang, weshalb es nach Ansicht vieler Autobauer noch Jahre dauern wird, bis es eine ernsthafte Konkurrenz zum herkömmlichen Benziner beziehungsweise Diesel darstellt. Vor allem wegen der bislang noch recht geringen Batterieleistung, die ein – im Vergleich zum Benzinmotor – häufiges Anhalten und Aufladen nötig macht.

Dass das Elektro-Auto definitiv zu einer festen Größe in der Automobil-Branche werden wird, bezweifelt inzwischen aber kaum ein Fachmann mehr. In China beispielsweise, einer der wichtigsten Fahrzeugindustrie-Nationen der Welt, gibt es wegen der strengen Schadstoffregelungen praktisch kaum noch eine Alternative zur schnellen Entwicklung der strombetriebenen Autos. Hier dürfen Fahrer bald nur noch mit umweltfreundlichen, schadstoffarmen Fahrzeugen in die Innenstädte.

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