Seit 50 Jahren ist Mini Kult und seit 2001 unter der Federführung von BMW. Damit das auch so bleibt, verpassten die Bayern dem gebürtigen Briten einen Elektromotor. Und wie sich der im Alltag bewährt, testen derzeit ein paar Auserwählte in den USA und in Deutschland. Großbritannien wird als weiteres Versuchsland folgen. Insgesamt hat BMW bis dato über 600 Mini E produziert und unter die Leute gebracht. Die Ergebnisse der Feldversuche sind noch ausständig. Nicht aber die Daten über den elektrifizierenden Flitzer.

Wer nicht gerade über zwei Meter misst oder über 100 kg wiegt, der wird an einem Mini irgendwie Gefallen finden – sei es die classic oder die neue Version. In dem Wagen steckt zu viel Geschichte als dass man ihn ignorieren könnte. Wenn der Wagen in Form des Mini E unter Strom gesetzt wird, dürfte der Begeisterung wohl auch in Zukunft kein Abbruch getan werden. Der propagierte Fahrspaß durfte nämlich auch beim Stromer-Modell nicht zu kurz kommen. Das dürfte auch gelungen sein, denn die Lithium-Ionen-Batterien sorgen für eine Power von 204 PS und einem maximalen Drehmoment von 220 Newtonmetern. Was beim normalen Mini für Brachialgewalt sorgen würde, ist für den Mini E aber gerade einmal ausreichend. Der ist mit 1.465 kg nämlich etwa so schwer wie ein voll besetzter Benziner-Mini – das nagt natürlich an der Renn-Performance. Das Gewicht ergibt sich durch die Akku-Packs, die übrigens auch die gesamte Rückbank sowie einen Großteil des Kofferraums einnehmen. Übrig bleiben unter 100 l Stauraum.

Wer einen Mini fahren wollte, musste bei den Platzverhältnissen aber immer schon Abstriche machen – dessen ist sich jeder Mini-Pilot bewusst. Dafür wird er im Mini E mit einer Beschleunigung von 8,5 Sekunden auf 100 km/h, einem Top-Speed von 152 km/h, einer maximalen Reichweite von 250 km und einem guten Gewissen belohnt. Sind die Batterien leer, braucht es eine bestimmte Ladestation, die so genannte Wallbox (nur in den USA), die den Wagen innerhalb von zweieinhalb Stunden wieder voll fahrtüchtig macht. Die Wallbox wurde zu jedem Mini E mitgeliefert und in die Garage des Testfahrers installiert. Ansonsten kann der Mini E auch an jeder konventionellen Steckdose geladen werden. Nach Ablauf der Verleihdauer kehren alle Fahrzeuge wieder zu BMW zurück. Schließlich sind sie nur geleast und das Ganze lediglich ein Pilotprojekt zum Sammeln von Erfahrungen.

Innen wie außen unterscheidet sich der Mini E kaum von seinem Benziner- oder Diesel-Pendant. Exklusiv ist die Lackierung. Das Fahrwerk wurde leicht modifiziert um die neue Gewichtsbalance besser im Griff zu haben. Im Cockpit ersetzt eine Ladezustandsanzeige den Drehzahlmesser. Zudem findet sich in der Mitte der Konsole ein Display, das während der Fahrt anzeigt, ob gerade Strom entnommen oder durch Rekuperation eingespeist wird. Ob und wann ein Serienfahrzeug des Mini E produziert wird, will man sich bei BMW allerdings noch nicht äußern.





