Sage mir, wie du heißt und ich sage dir, wer du bist. Wenn ein Auto auf den Namen Leaf hört, liegt die Vermutung der Umweltverträglichkeit bereits nahe. Schließlich hat das „Blatt“ in der Natur die Aufgabe, die Luft sauber zu halten. Der Nissan Leaf soll das ebenfalls bewerkstelligen. Und zwar als reines Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterien. Das wollen allerdings viele. Das Revolutionäre am Leaf ist das Datum der Markteinführung sowie die kommende Serienproduktion.

Noch Ende 2010 wird die Schräghecklimousine in den Verkaufsräumen stehen – so verspricht es Nissan. Die Japaner wollen auch niemanden bevorzugen und starten zeitgleich im eigenen Land, den USA und Europa. Wenn die Termine gehalten werden, könnte es Nissan schaffen, das weltweit erste mittelgroße Elektroauto für den täglichen Gebrauch zu bauen. Nissan behauptet nämlich – anders als die meisten anderen Hersteller – mit dem Leaf einen alltagstauglichen Erstwagen anzubieten. Mit einer Reichweite von 160 km sollen die Anforderungen von mehr als 70 Prozent aller Autofahrer befriedigt werden – die Umfrage wurde von Nissan selbst durchgeführt, aber bei Pendlern liegen sie mit den Angaben sicher richtig. Der Familienurlaub ist darin aber sicher nicht zu meistern. Da kann auch ein Schnellladevorgang von 30 Minuten nichts daran ändern. Wird der Leaf an einer konventionellen Steckdose aufgeladen, dauert es rund acht Stunden bis die Akkus wieder voll sind. Der Pilot des Leafs dürfte in etwa die gleiche Zeit zur Regeneration in Anspruch nehmen.

Sind beide wieder ausgeruht, dürfte es recht spritzig Richtung Arbeit gehen. 109 PS leistet der knapp 4,5 m lange Stromer und schafft damit einen Top-Speed von 140 km/h. Eine Fahrgemeinschaft stört den Leaf auch nicht. Fünf Personen finden bequem Platz, der Kofferraum bietet klassenübliche Platzverhältnisse. Zu verdanken ist das unter anderem der Anbringung der Batterien im Unterboden des Autos.

Die technischen Highlights sind damit aber noch nicht abgefeiert. Der Leaf punktet zusätzlich noch mit einem interessanten IT-System: Der Fahrer ist rund um die Uhr mit einem globalen Datencenter verbunden, das ihm Unterstützung, Informationen und Unterhaltung bieten soll. Am Display lässt sich der Batteriezustand ebenso ablesen wie die in der Nähe befindlichen Ladestationen. Der Bordcomputer empfängt übrigens auch Befehle über das Mobiltelefon. Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis zu klären. Schließlich darf ein Wagen, der den Anspruch erhebt ein Weltauto zu sein, nicht viel kosten. Nissan hält sich noch bedeckt, gibt aber an, dass sich der Preis in etwa im Bereich einer gut ausgestatten Kompaktklasse befinden wird. So gesehen kann die Revolution des Blattes nicht schnell genug kommen.





