Ein Schweif am Horizont, ein Licht am Ende des Tunnels: Als der Tesla Roadster 2006 vorgestellt wurde, begannen selbst jene Menschen dem Elektroauto etwas abzugewinnen, die bis dato nur Öko-Fetischisten mit Hanfhosen und Jutesäcken hinter dem Steuer eines Stromers vermutet hätten. In unter vier Sekunden katapultierte der Sportler im Leichtgewicht zwei waghalsige Umweltfreunde jenseits der 100 km/h und schaffte trotz dieser Beschleunigungswerte auch noch einen Top-Speed von über 200 km/h und eine Reichweite von über 300 km. So recht glauben, wollten es die Zweckpessimisten allerdings nicht, dass in dem Zweisitzer die Zukunft lauern sollte. Heute ist der Tesla Roadster der erste Elektrowagen, der bereits einem Tuning unterzogen wurde und obendrein ein Nachfolgemodell vorweisen kann.

Die Rede ist einerseits vom Tesla Roadster Sport. Die erstarkte Version benötigt 0,2 Sekunden weniger als das Standardmodell um Landstraßengeschwindigkeit zu erreichen. Das hört sich wenig an, ist in Kreisen der Supersportler aber eine enorme Leistung. Schließlich bedurfte es für diese gering wirkende Steigerung eines Leistungsplus von 15 Prozent. So gehen beim Roadster Sport 292 statt 251 Pferde zu Werke. Wer sich den Luxus gönnen möchte, muss sich den Spaß allerdings auch etwas kosten lassen. Tesla verlangt für den Sport 112.000 Euro netto. Demnach kommt die Steuer noch dazu. Doch wer sich in diesen Sphären bewegt, wird sich von solchen Peanuts auch nicht abhalten lassen.

Andererseits hat sich der Haus- und Hof-Tuner von Mercedes den Tesla einmal so richtig zur Brust genommen. Die Kooperation von Mercedes und Tesla soll schließlich auch in diesem Punkt nicht zu kurz kommen. Wichtigste Änderung: Nachdem von allen Ecken und Enden die Lautlosigkeit der Elektroautos kritisiert wird, erfanden die Ingenieure bei Brabus kurzerhand einen exklusiven Motorsound für den Tesla Roadster Sport. Entwickelt wurde ein so genannter Space Sound Generator, der entweder den sonoren Klang eines potenten V8 auf die Straße bringt oder ein etwas futuristischeres Sound-Erlebnis namens Beam oder Warp. Das erschreckt Fußgänger aber wahrscheinlich ebenso stark wie das lautlose Heranschleichen. Wie laut der Wagen brummt, hängt von der Fahrweise ab – wie beim Verbrennungsmotor auch.

Dabei blieb es natürlich nicht: Eine Carbon-Frontlippe ziert den neuen Brabus ebenso wie LED-Tagfahrlichter, prunkvolle Leichtmetall-Felgen und Unterbodenleuchten, die beim Entriegeln der Tür aufflackern. Am Heck sticht vor allem der Spoiler ins Auge. Hinzu kommen farbliche Applikationen bei den Rücklichtern. Die wenigen Menschen, die in den Genuss kommen, sich in den getunter Schlitten setzen zu dürfen, werden vom beleuchteten Brabus-Logo auf der Oberseite des Schwellers begrüßt. Nachdem der Pilot eines zärtliches ‚Hallo‘ zurückgehaucht hat, darf er sich in spezielles Brabus-Leichtleder gleiten lassen, den Wagen anlassen und eingehüllt in eine für den Tesla Roadster Sport Brabus stilechte Klangwolke davon brettern.

Der Wermutstropfen: Hoffentlich läuft es mit der Auslieferung bald besser. Denn zahlreiche Personen haben ihren vor Ewigkeiten bestellten Roadster noch nicht bekommen. Daran ändert auch das schöne Tuning von Brabus nichts. Sie haben allerdings die Option auf den Sport umzusatteln, wenn sie daran interessiert sind.




